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Pflegeplanung ist das Herzstück jeder guten Pflege. Ein durchdachter Pflegeplan ist viel mehr als nur ein Formular – er ist dein wichtigstes Werkzeug im Pflegealltag. Ohne diese systematische Herangehensweise leidet die Qualität der Betreuung.
Der Prozess dahinter ist eigentlich ganz logisch aufgebaut. Du ermittelst zuerst die Bedürfnisse einer Person mit Pflegebedarf, legst dann passende Massnahmen fest und überprüfst regelmässig, ob sie wirken. So entsteht eine individuelle Betreuung, die wirklich zu der Person passt.
Ein guter Pflegeplan verbessert auch die Zusammenarbeit. Pflegekräfte, Betroffene und andere Fachleute verstehen sich besser, wenn alle vom Gleichen sprechen. Pflegeplanung ist deshalb keine lästige Pflicht – sie macht deine Arbeit besser und die Betreuung individueller.
Was ändert sich 2026 in der Schweiz? Welche Hilfen gibt es beim Formulieren? Und welche SIS-Vorlagen funktionieren in der Praxis am besten? Das erfährst du in diesem Artikel.
Was ist Pflegeplanung und warum ist sie 2026 wichtig?
Pflegeplanung ist ein systematischer Kernprozess in der professionellen Pflege. Anders als bei der Laienpflege arbeitest du hier strukturiert und zielorientiert auf fachlicher Basis. Die Pflegeplanung ist ein wesentlicher Teil des Pflegeprozesses und hilft dir – zusammen mit der Pflegedokumentation –, dein pflegerisches Handeln zu strukturieren und zu bewerten.
Der Pflegeplan – dein Fahrplan für gute Betreuung
Das Ergebnis deiner Planung ist der schriftliche Pflegeplan. Er enthält alle wichtigen Informationen für die Pflege einer Person. Du definierst darin individuelle Pflegeziele und planst die nötigen Massnahmen. So entsteht eine massgeschneiderte Betreuung, die zu den Bedürfnissen, Ressourcen und Herausforderungen der Person passt.
So erstellst du eine fachgerechte Pflegeplanung
Der Prozess läuft immer nach dem gleichen Schema ab:
Schritt 1: Pflegeanamnese erheben Du sammelst alle wichtigen Informationen über die Person mit Pflegebedarf.
Schritt 2: Probleme und Ressourcen ermitteln Du identifizierst Pflegediagnosen und -probleme und stellst sie den vorhandenen Ressourcen gegenüber. Dabei schaust du sowohl auf aktuelle als auch auf mögliche zukünftige Probleme.
Schritt 3: Realistische Ziele setzen Die Ziele sollten erreichbar sein und den gewünschten Zustand beschreiben. Du teilst sie in Nah- und Fernziele auf.
Schritt 4: Konkrete Massnahmen festlegen Jetzt planst du die einzelnen Pflegemassnahmen – zum Beispiel für Körperpflege, Ernährung oder Wundversorgung.
Schritt 5: Erfolg kontrollieren Nach einer bestimmten Zeit überprüfst du, ob deine Massnahmen wirken und die Ziele erreicht werden. Bei Bedarf passt du den Plan an.
Diese regelmässige Überprüfung sorgt dafür, dass die Pflegequalität kontinuierlich besser wird.
Warum Pflegeplanung 2026 besonders relevant ist
2026 wird ein entscheidendes Jahr für die Pflege in der Schweiz. Die demografischen Zahlen sprechen eine klare Sprache: Wir werden deutlich mehr ältere Menschen haben, die Unterstützung brauchen.
Die Zahlen sind eindeutig
Die Schweiz altert schnell. Besonders deutlich zeigt sich das am Beispiel Wallis:
- Bis 2035: 36 % mehr Menschen über 65 Jahre
- Bei den über 80-Jährigen: sogar 55 % mehr
- Heute schon leben 20,9 % über 65-Jährige im Wallis (schweizweit: 19,6 %)
Das bedeutet konkret: Auf 100 Menschen im Alter von 20 bis 64 Jahren kommen im Wallis bereits 34,8 Personen über 65. Im Schweizer Durchschnitt sind es 32,3.
Der Bedarf an Langzeitpflege wird deshalb in den nächsten Jahren stark ansteigen. Bund, Kantone und Gemeinden müssen deutlich mehr Ressourcen einsetzen, um alle gut zu versorgen.
Neue Regeln ab 2026
Gleichzeitig ändern sich die rechtlichen Rahmenbedingungen. Im Kanton Zürich tritt 2026 eine neue Pflegeheimliste in Kraft. Sie legt fest, welche Heime Leistungen über die Krankenversicherung abrechnen dürfen.
Diese Änderungen erfordern sorgfältige Planung. Nur so kann eine bedarfsgerechte, qualitativ gute und bezahlbare Pflege sichergestellt werden.
Pflegeplanung im Kontext der kantonalen Planungen 2026
Die Schweizer Kantone müssen gemäss Artikel 39 des Krankenversicherungsgesetzes (KVG) eine Pflegeheimplanung erstellen und eine Liste der Pflegeheime führen. Das ist ihre gesetzliche Pflicht. Angesichts der alternden Bevölkerung wird diese Aufgabe immer wichtiger.
Deshalb haben bereits verschiedene Kantone konkrete Pläne für die Langzeitpflege ab 2026 ausgearbeitet.
Konkrete Zahlen aus den Kantonen
Kanton Luzern: Bis 2035 sollen maximal 6'262 Pflegeheimplätze verfügbar sein. Davon sind 5'925 Plätze für die Grundversorgung eingeplant. Gleichzeitig steigt der Bedarf an ambulanter Pflege drastisch: von 612'300 Stunden (2022) auf etwa 899'290 Stunden (2035).
Kanton Freiburg: Die Bedarfsplanung basiert auf Daten von 2022 und Prognosen des Schweizerischen Gesundheitsobservatoriums (Obsan) – das ist die zentrale Stelle für Gesundheitsstatistiken in der Schweiz. Der Fokus liegt auf 2026 bis 2030, mit Ausblick bis 2050.
Die Zahlen sind beeindruckend: Während die Gesamtbevölkerung um 4,7 % wächst (auf 360'572 Personen bis 2030), nimmt die Zahl der über 65-Jährigen um ein Drittel zu – auf 73'985 Personen. Besonders dramatisch: Die Zahl der über 90-Jährigen steigt um 66 % auf 3'819 Personen.
Der grosse Umbau: Mehr Pflege zu Hause
Viele Kantone wollen weg vom bisherigen System. Die Betreuung soll verstärkt zu Hause stattfinden. Das ist der neue Ansatz.
Trotzdem braucht allein Freiburg bis 2030 noch 3'585 Pflegeheimbetten. Das sind 686 Betten mehr als 2024 – also jedes Jahr 114 zusätzliche Betten. Das bedeutet auch: 800 zusätzliche Vollzeitstellen in den Pflegeheimen bis 2030.
Was kostet die Pflegeplanung 2026?
Die Demografie bringt höhere Kosten mit sich. Das ist klar. Aber wie viel genau? Die Kantone haben bereits gerechnet.
Kanton Zürich: Stabile Kosten, neue Regelungen
Im Kanton Zürich stehen die Zahlen für 2026 fest:
- Normkosten pro Minute: Fr. 1,6244 (leicht gesunken um 0,1 %)
- Teuerung: Für 2026 sind keine weiteren Zuschläge geplant
Spannend ist eine neue Regelung: Ab 2026 gibt es ein separates Normdefizit für C-Leistungen von pflegenden Angehörigen. C-Leistungen bedeuten Grundpflege – also Waschen, Anziehen, beim Essen helfen.
Diese Änderung macht die Arbeit pflegender Angehöriger sichtbarer. Ihre Leistungen werden transparenter erfasst und fairer finanziert.
Freiburg: 60 Millionen für vier Jahre
Der Kanton Freiburg plant zwischen 2026 und 2030 mit rund 60 Millionen Franken zusätzlich. Diese Summe deckt Pflegerestkosten und Subventionen ab.
Wallis: Heimbetreuung spart langfristig
Im Wallis werden die Kosten für 2035 auf 69 bis 94 Millionen Franken geschätzt:
- Heimorientierte Betreuung: 69 Millionen Franken
- Betreuung zu Hause: 94 Millionen Franken
Das entspricht einem jährlichen Wachstum von 4 bis 5,1 % zwischen 2023 und 2035. Zusätzlich braucht es Investitionen von 12 bis 15 Millionen pro Jahr – bisher waren es durchschnittlich 8 Millionen.
Ein wichtiger Punkt zum Schluss
Heimbetreuung ist günstiger als Pflege zu Hause – um 25 Millionen Franken im Jahr 2035. Dafür braucht es aber höhere Anfangsinvestitionen. Diese rechnen sich trotzdem: Die Betriebskosteneinsparungen sind deutlich grösser als die Mehrausgaben für den Bau.
Herausforderungen und Lösungsansätze für die Pflegeplanung 2026
Die Pflegeplanung 2026 bringt einige echte Herausforderungen mit sich. Diese vier Punkte bereiten den meisten Kantonen Kopfzerbrechen:
- Kapazitätsengpässe: Es braucht deutlich mehr Pflegeheimbetten und sozialmedizinisch betreute Wohnungen. Das ist eine riesige Aufgabe.
- Personalknappheit: Mehr ambulante Angebote und Pflegeplätze bedeuten auch: Du brauchst viel mehr Fachpersonal.
- Finanzierungsfragen: Die steigenden Kosten müssen irgendwie bezahlt werden. Das belastet die öffentlichen Kassen stark.
- Veränderte Familienstrukturen: Immer mehr Menschen leben allein. Dadurch haben Personen mit Pflegebedarf weniger Unterstützung von Angehörigen.



